Zwei Kater und ein Todesfall

    • Humor

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    • Zwei Kater und ein Todesfall

      „Hey Nüssle, hast du das auch gerade gesehen?“ maunzt Janis schlaftrunken. Nüssle öffnet ganz vorsichtig seine Augen, schmatzt und gähnt ausgiebig, bevor er sich zu einer Antwort hinreißen lässt: „Nö, was denn?“ „Da ist gerade was vorbeigeflitzt, hast du das echt nicht gesehen, du Blindfisch?“. „Ach Janis, lass mich doch mit deinen Hirngespinsten in Ruhe, ich will schlafen!“ mault Nüssle und verdreht genüsslich die Augen, bevor sich die Lider wieder sanft schließen.

      „Da! Da war es wieder! Kuck doch mal!“ Janis springt auf und sein Schwanz zuckt vor Erregung. Leise schleicht er sich an die Couchecke, unter der er etwas gesehen hat. „Jetzt wach endlich auf, da ist was!“ zischt er über seine Schulter. Auch Nüssle ist jetzt interessiert, aber er will sich nichts anmerken lassen. Übertrieben selbstvergessen putzt er sich erst mal seine Pfoten, bevor er überhaupt in Janis´ Richtung schaut. Doch lange hält er es nicht aus und schlendert lässig zu ihm, um selbst nach dem Rechten zu sehen.

      „Na, du Schlaumeier, wo soll denn dein „Etwas“ sein? Vielleicht hier?“ und er nickt in Richtung Couch. „Na, dann wollen wir mal nachsehen!“. Just im selben Augenblick flitzt ein grüner Blitz unter der Lehne hervor und quer durch das Wohnzimmer, um sich gleich wieder unter dem Fernsehtisch zu verstecken. Nüssle und Janis sind sich nun eins und springen mit allen Vieren gleichzeitig in die Luft, rammen sich hart und fliegen waagerecht auseinander. Janis hat Glück, er landet auf der weichen Couch, während Nüssle auf den Couchtisch fällt und alles abräumt. Inmitten von Taschentüchern und Fernsehzeitung rappelt er sich benommen auf, schüttelt sich und starrt Janis an. Janis, der trotz weicher Landung genauso bedröppelt aus der Wäsche schaut, starrt entsetzt zurück.

      „Ein Alien! Ein mausähnliches Alien.“ flüstert er. „Das hab ich schon mal in dem Flimmerkasten gesehen, als Dosi davor saß.“ „Die gibt’s also wirklich? Ich dachte, das wäre nur Menschenspinnerei!“ quietscht Nüssle und sieht sich panisch um. „Wo ist es denn nun? Hilfe!“, krächzt er und hüpft zurück auf den Tisch. Seine Augen tasten die Umgebung und den Boden unter dem Tisch penibel ab, aber er kann nichts Verdächtiges feststellen. „Wo, Janis? Siehst du es? Wo ist es?“, Nüssle wird immer verzweifelter und sein Schwanz peitscht aufgeregt hin und her.

      Janis, der Draufgänger, gleitet leise vom Sofa und schleicht mit Samtpfoten in Richtung Fernseher. Der Kopf ist dabei genau auf Höhe des Spaltes, in dem er das Alien vermutet. Er schnuppert an der Spalte, dreht sich und seufzt erleichtert auf: „Ich glaube, es ist weg.“ Als er den Kopf wieder nach vorne richtet, starrt er genau in die glänzenden Augen einer grünen Kreatur, die ihn genau zu mustern scheint. „Waaaahhhhh!“ schreit Janis und springt rückwärts, genau in Nüssle hinein, der wartend hinter ihm die Szene verfolgte. Beider Pfoten spulen auf dem glatten Boden durch, als sie das Weite suchen.

      Das „Alien“ hingegen wird nun selbst neugierig auf die lustigen Tiere, die sich in seinen Augen furchtbar dumm benehmen, und so kriecht es langsam aus seinem Versteck hervor, um die beiden zu suchen. Nüssle findet er hinter dem Vorhang, bibbernd vor Angst. Nur sein vor Schreck puschelig gewordener Schwanz ist zu sehen, und genau darauf stürzt sich das seltsame Wesen. Nüssle fetzt aus dem unsicher gewordenen Versteck hervor, knallt gegen die Wand und taumelt von dannen. Janis will ihm zu Hilfe eilen, verheddert sich jedoch in den Zotteln der Decke, unter der er Zuflucht gesucht hatte.
      Er reißt an den Zotteln und schafft es, die Decke mitsamt darauf liegender Fernbedienung und Handy herunterzuziehen. Beides schlägt knallend hinter ihm auf und er gibt wieder Fersengeld, nicht, ohne dabei die Vase umzurennen, die ihm bei der Flucht im Wege steht.

      Janis und Nüssle haben es geschafft. Sie sitzen beide vor der Wohnzimmertüre und bewachen den Raum. „Wenn Dosi kommt und da rein will, was machen wir denn da?“ fragt Nüssle leise. „Sie ist dann ja in höchster Gefahr.“ „Das stimmt, Nüssle. Wir müssen etwas unternehmen! Es geht ja nicht, dass unser Dosenöffner keine Dosen mehr öffnet!“ „Und erst das Katzenclo! Stell dir das Desaster vor, wenn sie nicht mehr da ist, um es uns sauber zu machen!“ stöhnt Nüssle entsetzt. „Wir müssen was tun.“ Janis Stimme ist hart und streng: „Wir müssen Dosi vor der Bestie retten!“

      „Du gehst vor.“ ordnet Nüssle an. „Nönönönö. Ich hatte die Idee, du gehst vor.“ wiegelt Janis ab. „Gut, dann gehen wir gemeinsam. Auf Drei.“ Gemeinsam zählen sie den Countdown: „ Eins, zwei, …..dr….“
      In diesem Augenblick kommt Dosi aus der Küche und läuft in Richtung Wohnzimmer. Nüssle und Janis reiben sich hektisch an ihren Beinen, um sie zu Fall zu bringen. „Wir müssen es schaffen!“ keucht Nüssle.

      „Ach was ist denn mit euch beiden heute los? So schmusebedürftig? Oder habt ihr Hunger?“ Dosi bückt sich und rubbelt den beiden Rackern die Köpfe. „Ich muss nur noch schnell mein Handy holen, dann gibt´s was Feines.“ verspricht sie, steht auf und verschwindet durch die Wohnzimmertüre.

      „Es ist vorbei.“ Janis verzieht schmerzvoll das Gesicht. „Wir haben versagt. Dosi ist verloren.“ „Können wir nichts mehr tun?“ fragt Nüssle, noch ganz nervös. „Gar nichts?“ „Nein. Das war´s. Nie mehr leckeres Futter, nie mehr ein sauberes Klo und schon gar kein Feines gleich nachher.“ seufzt Janis. „Es ist aus mit uns.“
      Während die beiden ihrer Trauer nachgehen kommt Dosi aus dem Wohnzimmer zurück. In einer Hand hält sie das Handy, in der anderen etwas grünes, schuppiges, das sie Janis und Nüssle zeigt. „Iiiihhh, der Kopf vom Alien!“ kreischt Janis, aber Nüssle ist mutiger und schnuppert daran. „Der riecht komisch.“

      Warnung- nichts für schwache Nerven [Eidechsenkopf]




      „Na, wart ihr das? Wo ist der Rest davon, Jungs?“ lächelnd streichelt sie den Katern über die Köpfe. „Das habt ihr aber gut gemacht! Ihr habt mich ja vor einer Bestie gerettet. Allerdings hoffe ich, dass ihr den Rest davon verspeist habt, ich habe keine Lust auf unangenehmen Geruch im Wohnzimmer.“

      „Was ist passiert?“ Janis schaut Nüssle fragend an. „Ja, woher soll ich das denn wissen. Lass uns halt nachsehen.“ Gespannt schleichen sie ins Zimmer und zu der Stelle, an dem das Monster das letzte Mal gesehen wurde. „Hier!“ aufgeregt holt Nüssle Janis zu sich. „Hier ist eine Stelle, das könnte Blut sein.“ flüstert er aufgeregt. „Ja, das ist eindeutig Blut.“ bestätigt Janis nach ausgiebigem Schnuppern. „Aber was ist hier los gewesen?“ „Wir müssen den Tatort untersuchen, sonst werde ich wahnsinnig!“ faucht Nüssle und begibt sich auf Spurensuche. Gleich neben der Blutlache liegt die Fernbedienung. „Riech mal, auch hier riecht es nach Blut. Kann das die Tatwaffe sein?“ überlegt Janis laut. Nüssle springt zu ihm und untersucht nun seinerseits den Fund.
      „Wo warst du, als du das Opfer das letzte Mal gesehen hattest?“ „Na unter der Decke, das hast du doch gesehen, oder wieder nicht, du Blindfisch?“ „Lag die Fernbedienung denn auf der Decke?“ überlegt Nüssle weiter. „Und wenn ja, wo war sie, als du aus dem Zimmer gerannt bist?“
      „Jaaa, so muss es gewesen sein!“ juchzt Janis auf. „Die Fernbedienung ist hinunter gefallen und hat dem Alien den Kopf abgeschlagen.“ „Na, dumm gelaufen, meinst du nicht auch?“ Nüssle lächelt süffisant. Nach kurzem Überlegen meint Janis jedoch nachdenklich: „Wo ist denn aber der Körper hin? Ich kann und kann ihn nicht finden.“ Janis sucht das ganze Wohnzimmer ab, aber ohne Erfolg.
      „Wenn das ein Alien war, vielleicht haben ihn seine Freunde zurück geholt?“ sinniert er. „Und wenn sie seinen Kopf nicht finden, dann kehren sie zurück? Mit noch mehr Monstern?“ seine Stimme wird mit jedem Wort lauter.

      „Wir sind verloren! Die Katzenwelt steht vor dem Aus!“ schreien Janis und Nüssle und flitzen aus der Tür, sich fest vornehmend, dieses Alienportal in ihrem ganzen Leben nicht mehr zu betreten. Zumindest so lange, bist dort wieder Leckerchen verfüttert werden. Aber bis dahin definitiv nicht.


      Anmerkung:
      Die Handlung ist frei erfunden, genauer Tat/ Fundort sowie Todesursache unbekannt.

      Bitte "Copyright" beachten
      Liebe Grüße, Christiane


    • Grrrriiiiaaauuu Freunde ,Wow war das ein Abenteuer !!!

      :)eek Ich der Freikater Mohrle bewundere euch !

      Ob ihr euch jemals wieder in die Nähe von dem Alienversteck traut ??
      Ich rate Euch macht besser einen großen Bogen drumherum !! Unsereins
      Ist zwar mit vielen Sinnen ausgestattet ,aber gegen Aliens sind auch
      wir machtlos und gehen besser auf Distanz :)boes

      Mit Ehrfürchtigen Griiii für euren Mut
      Bleib ich euer Freund und Kumpel Mohrle .


      Liebe Grüße Renate
      mit Nuri
    • Was lese ich denn da für eine spannende Geschichte???? (Christiane, du solltest wirklich ein Buch schreiben!!! Deine Einträge zu lesen macht immer wieder Spaß!)
      Also da können (das tun sie auch) Flusikuk nur den Hut ziehen vor so viel Mut!!!
      Erst wenn jene einfache und über alle Zweifel erhabene Wahrheit, dass die Tiere in der Hauptsache und im wesentlichen dasselbe sind wie wir, ins Volk gedrungen sein wird, werden die Tiere nicht mehr als rechtlose Wesen dastehen. Es ist an der Zeit, dass das ewige Wesen, welches in uns, auch in allen Tieren lebt, als solches erkannt, geschont und geachtet wird.
      (Arthur Schopenhauer)
    • Mohrle schrieb:

      Ob ihr euch jemals wieder in die Nähe von dem Alienversteck traut ??
      Dies ganz sicher, Renate- die Neugier überwiegt.

      Maikind2008 schrieb:

      Also da können (das tun sie auch) Flusikuk nur den Hut ziehen vor so viel Mut!!!
      Doch ja, ich bin immer wieder überrascht. :happy:

      Erklärend: Ich bin über diese Funde nicht erfreut, das muss gesagt sein. Besagter Kopf wurde im Garten gefunden und ich kann mir nicht vorstellen, dass es einer der Herren war.
      Liebe Grüße, Christiane


    • Oh...ja, das ist natürlich dann wirklich beunruhigend. Hast du denn eine Vermutung wer bzw. was es gewesen sein könnte?
      Erst wenn jene einfache und über alle Zweifel erhabene Wahrheit, dass die Tiere in der Hauptsache und im wesentlichen dasselbe sind wie wir, ins Volk gedrungen sein wird, werden die Tiere nicht mehr als rechtlose Wesen dastehen. Es ist an der Zeit, dass das ewige Wesen, welches in uns, auch in allen Tieren lebt, als solches erkannt, geschont und geachtet wird.
      (Arthur Schopenhauer)
    • Ach herje...mir schlottern noch meine Pfoten als ich euer Erlebniss mit dem grünen
      Alien gelesen habe.
      Diese Monster werden ja eine richtige Plage, und ich kann euch sagen die
      sind echt gefährlich und haben es wirklich auf unsere Dosis abgesehen.

      Letztes Jahr hatten wir hier so einen Fall.
      Ich , das Anni Mädel hatte so ein Alien Monster gefangen und brachte es meiner
      Dosi in die Wohnung um zu beweisen das es sie wirklich gibt.
      Dosi packte das Alien und wollte ihm gerade den Hals umdrehen, als es sich
      an ihrem Zeigefinger fest Biss.
      Oh Gott dachte ich, jetzt ist der Finger futsch und Dosi kann keine Dosen mehr
      aufmachen.
      Das Monster lies nicht los und hing nun am Finger unserer Dosi und das sehr lange.
      Dann kam endlich Hilfe und alle überlegten wie man Dosi von dem Monster befreien kann.

      Ein Monster-Jäger hatte dann die rettende Idee das man die ganze Hand ins Wasser steckt.
      Und siehe da....das Alien lies los und Dosi war gerettet.

      Liebe Freunde, diese Aliens sind gefährlich ....die wollen unsere Dosis angreifen und töten
      um uns Katzen auszurotten und die Weltherrschaft zu übernehmen.

      Janis und Nüssle das habt ihr zwei super gemacht :thumbsup:

      Christiane diese Geschichte ist klasse und total spannend erzählt :Love


      Liebe Grüße Claudia
    • Ooh graus !! Da ist ja dann wohl ein Alien Nest im Schwabenländle !!! :verwirrt:
      Ob ich mich da jemals wieder hinwage ?(
      Der Mohrle meint ,er wird wohl die Katerfreunde in diesem gefährlichen
      Gebiet besser nicht mehr bei seinen nächtlichen Streifzügen beehren !! :)confused
      Die sollten sich besser zu ihm aufmachen ,hier wurde noch kein Alien
      Gesichtet :eat


      Liebe Grüße Renate
      mit Nuri