Die Körpersprache der Katze

    • Lesetipp

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    • Die Körpersprache der Katze

      Wie gut kennst Du deine Katze?

      Warum gehen Katzen lieber zu Menschen, die sie am wenigsten beobachten? Weil das einfach höflicher ist und dem Katzen-Knigge entspricht. Alle Tiere, auch Katzen, haben eine eigenständige Sprache entwickelt. Sie signalisieren anderen Artgenossen, was zu erwarten ist, und lesen in deren Körpersprache deren Intention.
      Wer seinen Stubentiger richtig verstehen lernen möchte, der tut gut daran, ihn genau zu beobachten und diverse Körperhaltungen zu deuten. Katzen verfügen über vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation, eine, die wichtigste davon ist die Körpersprache und die Mimik, welche wir jetzt genauer unter die Lupe nehmen. Kennen wir erst diese Verhaltensweisen, kann uns einiger Ärger zwischen den Tieren, aber auch direkt mit den Tieren erspart bleiben.

      Der Körper als Sprachrohr
      Katzen sind Meister darin, ihre Gesinnung, Gemütsänderungen oder innere Anspannung von jetzt auf sofort über den Körper auszudrücken. Da diese Sprache aber für uns Menschen ungewohnt ist, fällt eine Verständigung so manches Mal flach. Die bekanntesten Merkmale sind die Haltung der Ohren, des Schwanzes und eine markante Mimik, die der der Menschen ähnlich scheinen. Doch es gibt noch viel mehr Merkmale, um seine Katze besser verstehen zu können.

      Die Augen – das Tor zur Seele
      Zwei Katzen, die miteinander kommunizieren, müssen nicht immer fauchend und Haare aufstellend reagieren. Menschliche Beobachter deuten oft falsch, wenn sich die Kontrahenten still gegenüber sitzen. Hier ist der Blickkontakt zwischen den Katzen das Instrument der Verständigung.

      Freundlichkeit
      Um zu signalisieren, dass die Katze einem Streit aus dem Weg gehen oder ihn vermeiden möchte, wird sie den Blickkontakt meiden und den Kopf weg drehen. Sie ist somit unterwürfig und tut das ihre dazu, eine kippende Situation zu entschärfen. Sie möchte Frieden halten, beschwichtigen oder den Frieden wiederherstellen. Auch der Blick unter halb geschlossenen Lidern heraus ist ein Zeichen von Gelassenheit und Freundlichkeit. Blinzelt der Stubentiger, so möchte er ebenfalls signalisieren, dass er kein Interesse an einer Auseinandersetzung hat. Oft zeigt dies aber auch eine Stresssituation an. Dem bekannten Menschen gegenüber zeigt die Katze durch einen entspannten Blickkontakt auf freundliche Weise, dass sie gerne Aufmerksamkeit hätte.

      Herausforderung
      Eine dominante Katze wird den Widersacher durch anhaltendes Starren herausfordern und versuchen, ihn dazu bringen, sich zu unterwerfen. Dieser Blickkontakt ist meist von einer inneren, oft aggressiven Anspannung begleitet. Verengen sich die Pupillen beim Kontakt mit einem Artgenossen, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die Katze sehr selbstbewusst ist und dem Gegenüber direkt und unmissverständlich droht. Erweiterte Pupillen weisen auf einen Jagd- bzw. Fresstrieb hin, und schon bei Sichtung des erklärten Todfeindes kann dieses Phänomen auftreten. Dieses Zeichen kann jedoch auch durch das Lieblingsleckerli hervorgerufen werden.


      © sesa Fotolia.com

      Angst
      Die Augen der Katze sind entweder fest zusammengepresst oder weit aufgerissen, ein eingezogener Schwanz rundet das Bild der erschrockenen oder verängstigten Katze ab


      Die Ohren – Haltung richtig deuten
      Vor- und zurück-, hin- und her gedreht, durch das Zusammenspiel vieler Muskeln fungieren die Ohren als hervorragendes Empfangsorgan für Geräusche aus allen Richtungen. Doch für uns Menschen dienen die Ohren auch zum klaren Erkennen der aktuellsten Empfindungen und Stimmungen.

      Entspannung
      In einer ruhigen Umgebung stehen die Ohren nach vorne ab. Hört sie jedoch andere Geräusche, so werden sich die Ohrmuscheln nach diesen ausrichten.

      Spannung
      Vollkommen aufgerichtete Ohren, die Muschel nach vorne gedreht, deuten an, dass die Katze ein besonders interessantes Objekt fixiert. Ist die Katze eher ängstlicher Natur oder möchte sie sich einen möglichen Angriff abwehren, wird sie die Ohren eng an den Kopf anlegen, um sie sich nicht im Kampf zu verletzten. Ist die Katze nervös oder erregt, wechselt sie die Ohrhaltung sehr rasch und die Ohren zucken sichtbar.

      Aggression
      Sind die Ohren stark aufgestellt, aber die Muschel nach hinten oder zur Seite gerichtet, ist Vorsicht angeraten. Die Katze ist selbstbewusst, macht sich auf einen Angriff bereit und droht dem Gegenüber einen Kampf an. Tritt der Kriegszustand ein und der Angriff beginnt, werden die Ohren zum Schutz dicht an den Kopf angelegt.

      Der Schwanz – ein Stimmungsbarometer
      Besonders die Schwanzhaltung löst zwischen Hunden und Katzen die größten Verständigungsprobleme aus, uns Menschen jedoch gibt sie einen schon von weitem sichtbaren guten Anhaltspunkt, in welcher Stimmungslage sich das Tier befindet. Ein lässig getragener Schwanz zeugt vor Langeweile oder Gleichmut, doch viel wichtiger für das Verständnis sind die emotional gesteuerten Merkmale.

      Freundlichkeit
      Ein aufgestellter Schwanz signalisiert eine freundliche Gesinnung und fordert das Gegenüber dazu auf, zu spielen, zu schmusen oder einfach näherzukommen. In dieser Haltung wird der Dosenöffner begrüßt, Vorfreude auf ein lang ersehntes Leckerli und Interesse an einem spannenden Objekt gezeigt. Ist die Spitze etwas abgeknickt, ist die Katze zwar freundlich, aber etwas angespannt. Eine besonders erwartungsvolle Katze ist sehr leicht an einem sanften Zittern der Schwanzspitze erkennbar.

      Furcht und Aggression
      Klemmt die Katze den Schwanz unter, signalisiert sie, dass sie Angst hat und sich dem Gegenüber unterwirft. Fürchtet sie sich, hält sie den Schwanz tief und die Schwanzhaare sind geplustert und erinnern an einen Pfeifenputzer. Aufgeplusterte Schwanzhaare in Kombination mit einem aufgestellten Schwanz hingegen kommunizieren eine erhöhte Aggressionsbereitschaft. Ein Ende derselben ist auch leicht zu erkennen. Die Katze fällt in sogenannte Übersprungshandlungen, sie gibt sich plötzlich desinteressiert, schüttelt sich, putzt sich flüchtig und ihr Schwanz wird wieder lässig gehalten, währen sie hoch erhobenen Hauptes von dannen schreitet, als wäre nie etwas vorgefallen.

      Unsicherheit und Aggression, aber auch Jagdlust
      Einen inneren Konflikt drückt der Stubentiger durch ein Schwanzwedeln aus. Hin- und Hergerissen zwischen zwei Möglichkeiten, zwischen denen sie nur schwer entscheiden kann, steht sie vor einem irritierenden Hindernis. Auch die Intensität des Wedelns sagt einiges aus: starkes, peitschendes Wedeln deutet auf einen intensiven Erregungszustand, meist vor einem Angriff hin, ein Wedeln mit der Spitze hingegen zeugt vom einer mäßigen Erregung. Sicherheitshalber sollte bei einem starken Peitschen Abstand gehalten oder Kontrahenten auseinander gebracht werden.

      Der Buckel – ein eindeutiges Zeichen
      Stehen sich zwei Katzen gegenüber, zeigen sie mit einem aufgestellten Buckel, dass sie bereit zum Angriff sind. Der Schwanz ist steif und aufgeplustert, die Beine durchgestreckt und das Rückenfell gesträubt. Direkt vor einem Angriff stehen sie gerne seitlich geneigt, richten jedoch das Gesicht mit nach hinten gedrehten Ohren und gespreizten Schnurrhaaren direkt dem Gegner zu. Auch eine erschrockene Katze kann diese aggressive Haltung aus Unsicherheit einnehmen. Wird aber beim Streicheln ein Buckel bemerkt, dann hat dieser etwas mit wohligem Ankuscheln an die Hand zu tun, genau so wie das Anheben des Hinterteils, auf keinen Fall mit Aggression.


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      Schnurrhaare und Nase
      Freundlichkeit
      Eine sanfte Berührung mit der Nase oder ein Streichen um die Knöchel des Dosenöffners ist eine äußerst freundliche Geste. Sie markieren durch die Drüsenflüssigkeit in den Wangen ihr Revier bzw. „ihren“ Menschen. Nach vorne gerichtete Schnurrhaare zeigen Freundlichkeit, Stolz, manchmal Neugierde und eine zufriedene Grundhaltung an.

      Angst
      Ist die Katze in einem akuten Angstzustand, zieht sie die Schnurrhaare nach hinten und legt sie eng ans Gesicht an.

      Auf den Rücken legen
      Meist zeigt die Katze durch ein lässiges hinlegen in Seiten oder Rückenlage an, dass sie rundum zufrieden ist. Sie spreizt ihre Gliedmaßen ab und ihr Schwanz liegt entspannt. Wer schon mal etwas wilder mit seiner Katze gespielt hat, wird jedoch auch diese Rückenhaltung bemerkt haben. Der Stubetiger hat in dieser Position nämlich alle ihre Waffen im Vordergrund, Krallen und Gebiss zeige nach oben, dem Angreifer entgegen und können so zielgerichtet eingesetzt werden.

      Treten
      Der angeborene Milchtritt wird gerne bei Menschen angewandt, vorzugsweise auf weichen und ungeschützten Körperteilen wie dem Bauch. Er signalisiert, meist in Kombination mit intensivem Schnurren, dass die Katze zufrieden ist. Was die wenigsten Katzenhalter wissen: auch das Treten ist eine Art, seinen Dosenöffner zu markieren, denn auch an den Sohlen befinden sich Duftdrüsen.

      Beißen
      Zeigt die Katze verschiedene als Aggression zu deutende Verhaltensweisen auf, sollte man mit dem Spiel oder den Streicheleinheiten aufhören. Erkennt der Dosenöffner die Signale nicht oder nicht rechtzeitig, dann ist mit einem Biss zu rechnen. Also ist es gut, die Vorwarnungen ernst zu nehmen. Dieses aggressive Beißverhalten unterscheidet sich jedoch stark von den Liebesbissen, die auch im Zuge der Streicheleinheiten verteilt werden. Die Katze knuspert zart an den Fingern oder der Hand, verletzt aber dabei den Dosenöffner nicht.

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      Liebe Grüße, Christiane


    • Liebe Christiane !
      Diese so wunderbar ausführliche Abhandlung ,trägt sehr zum
      Verstehen und begreifen unserer Fellnäschen bei!!
      Wenn ich es bestimmen könnte ,würde ich sie zur Pflichtlektüre
      von jedem Katzenhalter machen !!
      Danke für diesen Bericht !!
      LG :cat


      Liebe Grüße Renate
      mit Nuri
    • Liebe Christiane,
      toll wie du hier alles zusammengefasst hast :nummer1:
      in vielen erkenne ich meine zwei wieder.

      Bei Anni weiß ich genau wie ihre Reaktionen sind wenn sie in Ruhe gelassen werden
      will ,oder nicht angefasst werden will.
      Zum einen peitscht dann ihr Schwanz von rechts nach links, ihre Ohren sind nach hinten
      gerichtet und ihre Augen Riesengroß .
      Ich brauchte einige Zeit bis ich ihre Körpersprache verstanden habe ,
      doch mittlerweile klappt es sehr gut.


      Liebe Grüße Claudia
    • Ich finde das auch einen sehr gut zusammengefassten Text! Und ich finde tatsächlich, dass man allein an den Augen schon oft sehen kann, wie die MIetze drauf ist. Zumindest bei meinen beiden, die ich gut kenne, sehe ich am Blick sofort was sie wollen!
      Fluse peitscht bei schlechter Laune eig selten mit dem Schwanz, durchaus auch, aber nur wenn man sie dann anfasst, dann "wedelt" der Schwanz. Ansonsten sieht man ihr das aber auch so schon ganz wunderbar am Blick an :D
      Habakuk ist da schwieriger zu "lesen". Er hat aber auch ein viel sanfteres Gemüt und ist nicht so schnell gereizt. Aber abgesehen davon hat er schon von Natur aus einen etwas dusseligen Blick :D Wenn ihm was nicht passt maunzt er vorwurfsvoll und geht :D
      Erst wenn jene einfache und über alle Zweifel erhabene Wahrheit, dass die Tiere in der Hauptsache und im wesentlichen dasselbe sind wie wir, ins Volk gedrungen sein wird, werden die Tiere nicht mehr als rechtlose Wesen dastehen. Es ist an der Zeit, dass das ewige Wesen, welches in uns, auch in allen Tieren lebt, als solches erkannt, geschont und geachtet wird.
      (Arthur Schopenhauer)